Erste Ausfahrt mit einem Fatbike

Erste Ausfahrt mit einem Fatbike

Gerade erst ist das Rad, ein Bulls Monster e s Fatbike, beim freundlichen Händler angekommen. Für das Wochenende ist Schnee angesagt und ich will das Rad haben. Zu sehr inspirieren mich die Schneebilder in diversen social Media Kanälen. Das Rad ist schön, es hat mich angepiekst und ich will raus damit.

Ohne jegliche Vorstellung von den Fahreigenschaften des Rades, bis auf die der Testfahrt, müssen die ersten Veränderungen direkt sein. Die montierten Pedale entsprechen, wenn bei Neurädern überhaupt vorhanden, nicht meiner Vorstellung an Pedale. Die Lager laufen schwer, sie sehen billig aus und erwecken nicht gerade mein Vertrauen. Plattformpedale, gefertigt aus einer Mischung von Aluminium und Polycarbonat wecken meine Aufmerksamkeit. Die 462 Gramm (Paar) leichten Pedale liegen gut in der Hand, dank Nadellagerung und gedichteten Industrielagern lässt sich die Achse leicht, ohne spürbare Reibung drehen. Die Trittfläche erscheint mir mit ihren 95 mal 95 mm groß genug um eine sichere Standfläche zu bieten. Für einen guten Halt sorgen die 10 verstellbaren Pin´s je Pedal, die sogar auswechselbar sin. Ich wiege die Crank Brothers 5050 3  noch einmal in den Händen bevor sie der freundliche Monteur an die FSA Kurbeln des Monsters schraubt.

Im gleichen Zug wird auch der Fix 40 Hinterbauständer des Bielefelder Unternehmens Hebie angebracht. Ein Seitenständer an einem Mountainbike? Ja, ich möchte mein Fatbike abstellen können, betrachte es nicht als Mountainbike sondern eher als „Omniterra Reiserad“ und auch mein Gepäck wird es mir danken nicht ewig an irgendwelchen Wänden scheuern zu müssen. Mag die Nase rümpfen wer will, das Ding kommt dran! Mit seinen 25 Kg Traglast sollte er das Rad auch mit Gepäck halten. Dann geht es nach Hause in die heimische Garage. Aus der ersten Ausfahrt wird heute nichts mehr, anderweitige Verpflichtungen warten. Warum dann das Rad holen? Nun ja, es braucht halt auch seine Zeit bis es angekommen ist. Akklimatisieren nennt sich dieser Vorgang, den auch wir kennen, wenn wir an einen neuen Ort ziehen. Logisch, oder? 🙂

Aber zunächst will das Rad gefahren werden. Und die Gelegenheit ergibt sich gleich am nächsten Tag, zumindest eine kurze Ausfahrt muss drin sein. Bei diesem herrlichen Wetter hilft nur gute Kleidung um auch längerfristig unterwegs zu sein.

Ich kann mich immer noch auf meine innere Stimme, die mir beim ersten Kontakt mit diesem Rad leise flüsterte „Wir werden viel Spaß Haben, nimm mich mit, ich will hier raus“, verlassen! Und es macht mehr als Spaß dieses Rad im Winter zu fahren. Ok, die Blicke derjenigen die mir begegnen sind unterschiedlich. Von Unverständnis über „Was kommt denn da?“ bis hin zu „Das muss Spaß machen“, ist alles dabei. Und so geniesse ich meine, sorry, unsere erste Runde. Trotz des Wetters werde ich weder nass, noch wird mir kalt. Ein Ergebnis guter Ausrüstungswahl. Die erste Ausfahrt mit einem Fatbike hat mich nicht enttäuscht. Vielmehr hat sie mich überzeugt das dieses Rad mir alle Möglichkeiten für alle Jahreszeiten offen hält.  Vom Sommervergnügen bis hin zu einer eigenen Sportart, dem Fatbiken im Winter!

Will ich das Rad als „Omniterra Reiserad“ nutzen, fehlen ebenso noch einige Bausteine wie Andere getauscht werden wollen. Fehlende Fender (Schutzbleche), wie Beleuchtung, sind unabdingbar. Ebenso mag ich anständige Griffe und bevorzuge es unterwegs die Sitzposition ein wenig variieren zu können und so spiele ich in Gedanken mit Lenker-, Sattel-, Griffvariationen… Zudem hätte ich gerne einen anständigen Lowrider für meine längeren Touren. Dazu hatte ich heute eine Idee, der ich nachgehen werde. Zunächst habe ich jedoch einen treuen Begleiter der letzten Jahre montiert. Meinen Brooks Ledersattel.

Ein Ledersattel gehört zu den zwiespältigen Meinungsbildnern. Die einen mögen ihn, die anderen halt nicht. Einmal eingefahren gibt es meiner Meinung nach nichts Besseres, insofern das gewählte Modell zu einem, oder besser gesagt zum Hinterteil des Nutzers, passt. Der Abstand der Sitzhöcker bezogen auf die bevorzugte Sitzposition ist hierbei entscheidend für die Sattelbreite. Wer nur wenige Kilometer im Jahr mit dem Rad unterwegs ist greift besser zu einem Gel Sattel. Wer aber mehr unterwegs ist wird eine langjährige Freundschaft entwickeln! 2012, als Brooks diesen Sattel vorstellte musste ich ihn unbedingt haben. Bis heute ist er entsprechend nachgedunkelt und eingesessen. Einen Ledersattel fettet man übrigens wie einen guten Schuh. Die Seite, die man nicht nutzt wird mit hochwertigem Lederfett einmassiert. Das altenglische Unternehmen bietet übrigens auch eine hervorragende Kollektion klassischer Radbekleidung wie Satteltaschen an. Ganz im Retro Style.

Ich finde es spannend ein Rad, oder besser sein eigenes Rad, seinen Vorstellungen anzupassen und ihm durch die eigenen Bedingungen eine persönliche Note zu geben, die sich als alltagstauglich entpuppt und bestenfalls gut aussieht. Ich freue mich jetzt schon auf die folgenden Beiträge, es wird spannend, so viel vorweg!

2017-01-22T17:39:14+00:00 Januar 26th, 2017|E-BIKE, FAT-BIKE|