Ich muss mal raus hier…

Kennst Du das Gefühl wenn Deine innere Stimme Dir leise aber stetig zuflüstert das Du wieder unterwegs sein solltest? Das Du ein wenig Abstand von allem gebrauchen könntest? Was für eine Frage, bestimmt kennst Du es! – oder? –

Ich muss mal raus hier…

flüstert eine innere Stimme. Das tut sie bereits seid einiger Zeit. Bisher habe ich dieses leise Rufen zwar wahr genommen, dennoch nicht gehört. Das Gefühl das dieses innere Wesen dies wohl gemerkt hatte wuchs, denn die Stimme wurde lauter. „Es geht gerade nicht, ich bekomme jetzt keinen Urlaub.“ Damit konnte gab sie ein wenig nach, doch nur für kurze Zeit. Einige Wochen später meldete sie sich zurück. „Ich muss mal raus hier…„, es braucht auch nicht lange sein, aber ich will jetzt weg! Hmmm, irgendwie hat sie ja recht. Der Jahreswechsel ist vorüber, die neue Saison startet bald und eine kleine Auszeit sollte möglich sein. „Siehst Du, Du willst es ja auch“, vernahm ich ihre Antwort. Damit war eine gewisse Schwelle durchbrochen, die innere Stimme hatte gewonnen. Ab hier konnte ich mich wehren wie ich wollte, ich selbst hatte zugegeben das mir ein Kurzurlaub gut tun würde, das ein wenig Abstand von Allem mich wieder fit für den Alltag machen würde. Es ist gerade Januar, wann und wohin zu dieser Zeit? „Mir egal, Ich muss mal raus hier…“!  Ja doch, es ist ja verstanden und ich gebe zu das ich es auch will! Ich bin reif für die Insel! Wie Bitte? „Reif für die Insel“ wiederholte ich…

Das Meer ruft…

Reif für die Insel, Ok! Warum nicht? Es ist zwar nicht gerade warm, aber dagegen kann ich etwas tun. Die Nordsee hat ihr eigenes Flair das rund um´s Jahr begeistert. Welche Insel bietet sich an? Juist, Norderney,…? Ich entscheide mich spontan für Norderney. Warum ist mir noch unklar, es ist einfach so und ich nehme es hin. Von mir zu Hause wären das in etwa zwischen 360 und 400 KM. Also machbar! Auch im Winter? Die Reiseplanung kann beginnen. Den genauen Zeitpunkt mag und kann ich noch nicht festlegen, es muss vor März sein, denn dann beginnt spätestens die Saison, so viel steht fest. Derweil gibt es noch genügend zu tun. Die ungefähre Route will ich in etwa abstecken damit ich wenigstens in etwa weiß was auf mich zu kommt und auch mit dem Thema „geeignete Bekleidung“ sollte ich mich beschäftigen. Schliesslich war ich bisher noch nicht im Winter unterwegs; zumindest nicht mit dem Rad. Letzteres habe ich ebenfalls noch nicht zur Seite. Genügend Stoff mit dem ich mich in den nächsten Tagen beschäftigen kann. Ich gehe einen Punkt nach dem Anderen durch…

Welche Bekleidung?

Eine gute Frage! Meine Ausrüstung reicht maximal für den Herbst, oder „leichte“ Wintertage. Das World Wide Web gibt dank der freundlichen Suchmaschine „GOOG**“ Auskunft und bringt eine Ahnung dessen auf was ich mich einstellen sollte. Nun gut, ich will auf dieser Tour nicht zum Nordkapp, dennoch muss Wärmeschutz sein, doch wie viel? Ich will mit dem Rad unterwegs sein und da bewege ich mich,erzeuge selbst Wärme,  anders als bei einer Motorradtour.Das Zwiebelprinzip bildet die Basis für meine Auswahl.

Über den Kopf verliert man jede Menge Wärme,

lese ich. Zudem will ich meinen Nacken und den Übergang von Kopf zu Nacken warm haben, meine Muskulatur wird es mir danken. Min „Buff„, also ein schlauchähnliches Tuch ist mir, bei möglicherweise zu erwartender Kälte, zu wenig. Eine Sturmhaube wäre nicht schlecht. Diese wird gleich von mehreren namhaften Marken angeboten, ich entscheide mich für Vaude. Das ist schon mal eine Basis. Für meinen Helm, ein leichtes Modell von Giro, brauche ich einen akzeptablen Winterersatz. Der leichte Giro lässt mir zu viel Wind durch. Auf meinen Wegen durch das Web werde ich auf der Seite von Uvex auf den Kombinationshelm p.8000 aufmerksam. Kombinationshelm deshalb, weil er gleich für mehrere Sportarten wie Skifahren, Klettern und eben Radfahren zugelassen und zertifiziert ist. Zudem ist er leicht und bietet neben einem Winter- auch gleich ein Sommerinlet.  Auf eine Skibrille verzichte ich erst einmal in der Hoffnung das die Sportstyle P705 Radbrille ausreicht. Kopf und Gesichtschutz komplett. Nicht so ganz, die Kälte der letzten Tage haben mich doch dazu bewogen mir eine Skibrille zuzulegen. Beschlagfrei und eine leichte Tönung waren mir wichtig. Ich habe zu einer Giro gegriffen, in der Hoffnung das diese im Bedarfsfall auch funktioniert.

Sorge mache ich mir eher um meine Füße. Meine Lowa Renegade halten zwar dicht und haben mir immer verlässlich gute Dienste geleistet, dennoch sehe ich mich nach warmen Socken um und werde gleich mehrfach fündig. Einerseits setzte ich auf meine warmen Socken, die ich bei Tchibo erwarb, andererseits erweiterte ich mein Sortiment um warme „All Mountain Socks„. Zwischen Socken und Kopf ist noch jede Menge Platz der zu dieser Jahreszeit mit warmer Unterwäsche, möglichst mit Merino Anteil versorgt sein will. Der Baden-Würtenbergische Hersteller liefert auch hier mit „Seamless Tights“ und „Seamless Shirt“ Abhilfe. Bei der Unterhose experimentiere ich nicht mehr. Die Löffler Hotbond Radhose sitzt einfach am Besten, rutscht nicht und schützt den Po. So weit die erste Schicht. Eine Zwiebel hat bekanntlich mehrere Schichten…

Was ziehe ich darüber an?

Für ganz aussen habe ich eine hervorragende Regenbekleidung von Shimano. Diese ist höchst Atmungsaktiv, besteht aus Jacke, Hose wie Gamaschen und gleichzeitig den Wind ab. Und die Investition in teureres Material hat sich bereits zigfach bewährt. Dazwischen ist immer noch Luft. Zudem bewege ich mich nicht ständig in Regenbekleidung, so atmungsaktiv diese auch ist. Ich entscheide mich für eine Primasoft Jacke mit 4 Schichten und 3 Lagen so wie einer „Tirano“ zwei Lagen Pant. Diese Kombination sollte mich zusammen mit dem „Lorry HalfZip“ Radpullover ausreichen war halten. Die Hose hat den riesen Vorteil eines Zweiteilers. Die „innere“ Hose lässt sich von der Äusseren getrennt nutzen. Gewicht gespart, sitzt gut und sieht noch dazu sehr gut aus! Für den Abend habe ich den „Predazzo Pulli“ ausgewählt. Mit einer leichten Wattierung und Kapuze verspricht er wohlig, kuschelige Wärme.

Und die Hände?

Ich nutze Roeckel Handschuhe mit Geore Windstopper. Die Marke bietet mir seid Jahren einen guten Schutz, auch auf dem Motorrad. Und dennoch lassen sie die Kälte auf Dauer durch. Das war mir zu heikel. Auch hier vertraue ich dem freundlichen Rat der Firma Vaude, welche mir den „Syberia“ mit einer leichten Prima Loft Füllung empfohlen hat.

Was fehlt?

Eigentlich nichts mehr. Alles Weitere habe ich. Und viel mehr will ich auch gar nicht mit nehmen. Sicherlich nehme ich noch eine klein zu verpackende Primaloft Jacke von Vaude mit. Es ist eine Unterziehjacke meiner Regenjacke. Letztere bringt meine Lebensgefährtin mit, damit wir noch ein schönes Wochenende gemeinsam auf der Insel verbringen können. Die gesamte Ausrüstung passt in meine bewährten, wie robusten Taschen von Arkel. Fehlt nur noch ein passendes Rad. Verfügbarkeitsprobleme vereitelten damals eine Tour mit einer Fahrradkategorie, die mir irgendwie an´s Herz gewachsen ist. Ein FatBike. Dafür erhielt ich die Chance ein Bike zu fahren das sich als bisher „Bestes“ herausgestellt hatte. Ich musste nicht irgendetwas an der Ausstattung verändern und zudem war es das bisher komfortabelste wie stabilste Rad, das Delite von Riese & Müller. Irgendwie trauer ich ihm heute noch nach. Dafür darf ich in diesem Jahr, ganz nach meiner damaligen Idee, mit einem e-FatBike, unterwegs sein.

Ob das gut geht?

Ehrlich? Ich weiß es nicht. Bisher kann ich, bis auf meine bekannte Ausrüstung, zu keinem der favorisierten und empfohlenen Bausteine etwas sagen. Ich werde es, mit ein wenig Respekt und einem zusätzlichen Handschutz aus dem Motorradzubehör, einfach probieren. Fahren und probieren was geht. Sollte die Zeit bis zum Beginn der Tour reichen und das Setup des Rades nicht ganz meinen eigenen Bedürfnissen entsprechen werde ich es noch ändern. Wenn nicht, dann muss es so gehen, ich kann weder den Zeitpunkt verschieben und ganz ehrlich will ich es auch gar nicht! Denn „Ich muss mal raus hier…“

Zeit für Veränderung habe ich nach der ersten Tour auch noch. Es werden weitere Touren folgen 🙂 Denn eines ist sicher…

 

„Hast Du einmal Spaß am Reisen, am Unterwegs sein gefunden zieht es Dich immer wieder hinaus!“

In diesem Sinne, ich werde über meine Erfahrungen mit Ausrüstung wie dem FatBike berichten und Euch ein weiteres, vielleicht einmaliges Tourerlebnis mitbringen. Wenn es mir möglich ist werde ich von unterwegs berichten. Auf ein Zelt verzichte ich auf der winterlichen Tour verzichten und werde dafür Hotels bevorzugen. Verübeln wird es mir wohl keiner 🙂

2017-02-02T16:30:08+00:00 Februar 2nd, 2017|FAHRRAD, OUTDOOR|