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Bergisches Land 2015 2016-12-13T10:35:47+00:00

Es gibt eine Region in Deutschland,
welche mit Bergen an sich nichts zu tun hat
und dennoch ihren Namen trägt.
Naturreich, voller Geschichte und reizvoll
für Freizeitaktivitäten aller Art zugleich.

Eine Region dessen Grenzen verschwommen, heute nicht mehr genau auszumachen sind. Gleich drei Flüsse betten sie wie ein Dreieck ein und lassen längst vergangene Grenzverläufe erahnen. Wer sich ihr von Süden nähert muss die Sieg queren, nordöstlich verläuft die Ruhr während Vater Rhein über die westliche Begrenzung wacht. Ihre geografische Form könnte man allenfalls hügelig bezeichnen, zumal der höchste Punkt auf dem Unnenberg gerade einmal 506 m misst. Ihre Farben sind schwarz, weiss und grün. Nicht irgendein grün, es muss schon RAL 6005, „Bergisch Grün“, sein. Seine Bevölkerung war und ist kreativ wie einfallsreich, was vielleicht dem „andauernden“ Regen anzulasten ist, welcher die Böden ausmergelte. Es sollte einen nicht verwundern gerade hier auf bekannte Erfindungen, vielfältige Museen und reichlich Natur zu treffen. Trotz Conrad Röntgen (Röntgenstrahlen), wie  der Erfindung des „Knirpses“, (einem Regenschirm für die Tasche), oder Klingen und Werkzeugen, begann der Aufschwung dieser Region erst mit der Erschliessung durch die Eisenbahn. So wie sie einst den Transport von Gütern ermöglichte, sorgen die stillgelegten Gleisanlagen heute in Form moderner Bahntrassenradwege für neuen Aufschwung und Bewegung. Wanderern und Motorradfreunden ist sie lange bekannt. Radfahrern wie auch der heimischen Bevölkerung, bis auf einige Rennradler und Mountainbiker, die das Rad bisher nicht für sich entdecken mochten, eröffnen Bahntrassen und eBikes gemeinsam neue Wege. Beide haben dieser wunderschönen Region neues Leben eingehaucht und sorgen dafür, dass die Räder nicht mehr still stehen. – Bergisches Land

Remscheid Lennep, Willkommen im Bergischen Land

Von Hagen wie Düsseldorf ist der Bahnhof Remscheid-Lennep über Wuppertal zu erreichen. Von Köln bietet sich eine Direktverbindung über Solingen an. Hier am Bahnhof beginne ich meine Tour durch einen kleinen, aber deshalb nicht weniger interessanten Ausschnitt der Region. Während ich dieses Mal mit dem Motorrad unterwegs bin, bietet es sich an die Region relaxed mit dem eBike zu erkunden. Bevor man sich ganz in der Nähe ein solches ausleiht führt der Weg erst einmal in die historische Altstadt die im zweiten Weltkrieg nahezu verschont blieb und einen ersten Eindruck in die Bauweise des  „Bergischen Barocks“ bietet. 116 Häuser stehen unter Denkmalschutz. Als ältester Sakralbau Remscheids ist die Klosterkirche eine Besichtigung wert, dessen kirchlicher Zeitabschnitt 1868 endete. Seither wurden hier Textilien gefertig, die Innenräume entsprechend umgestaltet, bis 1975 das erneute Aus den vollkommenen Verfall der Kirche andeutete. Erst 1983 schlossen sich engagierte Menschen zusammen um dem ehemaligen Sakralbau mit einem Kulturzentrum neues Leben einzuhauchen. Seither bereichern regelmässige Veranstaltungen der verschiedensten Art das kulturelle Leben Lenneps. Gleich nebenan lässt sich medizinische Geschichte erleben. Eindrucksvoll wird die Geschichte Conrad Röntgens und seiner für die Medizin bedeutsamen Erfindung, den nach ihm benannten Strahlen, im Röntgen Museum dargestellt. Wer mit dem Rad unterwegs sein möchte sollte sich bei seinem Weg durch die historische Altstadt östlich orientieren. Nach wenigen Minuten Fussweg erreicht man das Radsport Center Nagel. In den Hallen einer ehemaligen Gärtnerei bietet sich eine Fahrradschau auf über 2000 Quadratmeter. Mit über 250, ständig vorrätigen eBikes, erhält der interessierte E-Biker neben der fachlichen Beratung einen guten Einblick in die aktuelle Technik. Das Ausleihen eines eBikes kostet je Tag 25€ und bietet eine gemächliche, entspannte Art die Region zu erkunden.

Beyenburg

Wer mit dem Rad unterwegs sein möchte hält sich ab hier weiter östlich und folgt wenige hundert Meter hinter dem Radsportgeschäft dem Verlauf der Wupper. Ich fahre über den Staudamm der Wuppersperre Richtung Radevormwald, biege jedoch weit vor Erreichen der Innenstadt in Richtung Wuppertal Beyenburg ab und erreiche über die kurvenreiche Strecke zunächst den historischen Bahnhof Dahlhausen. Ein acht Kilometer langes Teilstück der ehemaligen Wuppertalbahn zwischen  Wuppertal Beyenburg und Wilhelmstal wird nebst Bahnhof vom Förderverein Wupperschiene e.V. renoviert und lädt zu einer Fahrt mit der Draisine ein. Auf dem historischen Bahnhofsgelände lassen sich die meisten Fahrzeuge des Vereins besichtigen. Nur ein Stückchen weiter liegt in einem Talkessel eine alte Textilfabrik. 1674 durch Wülfing & Sohn, als Namensgeber gegründet wurden über Jahrhunderte erlesene Stoffe produziert.Interessierte können die industrielle Entwicklung im gleichnahmigen Wülfing Museeum nachverfolgen, auf dessen Gelände zur Zeit ebenfalls eine Hundertwasser-Ausstellung zu bewundern ist. Die Wupper lieferte mit ihrer Wasserkraft die notwendige Enrgie. Nur wenige Kilometer weiter erreiche ich den Stausee Beyenburg, welcher in seiner heutigen Form Sport- und Tourismusbedürfnissen als seiner ehemals zugedachten Funktion im Hochwasserschutz dient. Der See lädt Kanuten wie Wanderer gleichermassen ein ihr Freizeitvergnügen auszuleben. Zudem ist es eine Freude den trainierenden Wettkämpfern des VfK Wuppertal in ihren Drachenbooten zuzuschauen. Ein Abstecher in den historischen Beyenburger Kern ist lohnenswert. Aufgrund der damals sehr unruhigen Lage am nahen Heer- und Handelsweg Köln-Dortmund beschlossen Kreuzbrüder auf dem nahen Beyenberg das Kloster Steinhaus zu errichten. In einer Schenkung überliessen die amtierenden Grafen von Berg den Kreuzbrüdern bereits 1336 den Beyenberg. Zugleich wurde die Burg Beyenburg errichtet. Die spätgotische Klosterkirche Maria Magdalena wurde erst 1458 errichtet und bietet auch heute noch Pilgern auf ihrem Weg entlang der Via Baltica in Richtung Köln und weiter nach Santiago de Compostela die Möglichkeit ihr Credential del Pelegrino, den Pilgerausweis, als Nachweis ihres Pilgerweges abstempeln zu lassen.

 

Die Schwebebahn ruft

Ich mache mich auf die wenigen Kilometer nach Wuppertal Oberarmen unter die Räder zu nehmen. Oberbarmen vereint Busbahnhof, IC-Bahnhof und Schwebebahnanschluss an einem Ort. Ideale Bedingungen um seinen persönlichen Ausflug zu starten, zumal auch der direkte Anschluss an die Bahntrassen  in Richtung Hattingen und Solingen gegeben ist. Viadukte wie Tunnel bieten spannende wie erlebnisreiche Aus- und Einblicke. Oberbarmen ist Schwebebahnhaltestelle und mit Vohwinkel einer der beiden End- und Wendepunkte der Schwebebahn. Wie ein Lindwurm windet sich die stählerne grüne Stahlkonstruktion quer durch Wuppertal. Seit Mai 1997 steht das Wahrzeichen der Stadt unter Denkmalschutz. Erbaut wurde sie zur Jahrhundertwende und am 01.März 1901 eröffnet. Eine Fahrt ist Pflicht. 20 Stationen und einmalige  Ausblicke in Hinterhöfe, Industrieanlagen, wie so manchen Wohnraum wechseln sich auf 26,6 Streckenkilometern begleitet von leichtem Wiegen der Bahn ab.  Die  Hin- und Rückfahrt für zwei Personen kostet 9,80 Euro und kann für Abstecher in die Innenstadt oder nahe Umgebung unterbrochen werden. Wer ausreichend Zeit hat sollte einen Abstecher in den Zoo machen. Auf 24 Hektar in Hanglage bietet die historische Anlage mit ihrem alten Baumbestand die Möglichkeit 4200 Tiere mit 470 Arten aus aller Welt näher zu betrachten. Übrigens ist der Zoo Namensgeber des Zooviertels, einem nahe gelegenen Villenviertel.
Alten, gleichwohl nicht alltäglichen Baumbestand gibt es auf 250 Hektar Fläche im Arboretum zu bestaunen. Zurück in Oberarmen verlasse ich die Schwebebahn, mache mich auf nach Burgholz. Das Wuppertaler Arboretum befindet sich im Staatsforst Burgholz und ist das größte seiner Art in Deutschland. Erste fremdländische Baumanpflanzungen gehen bereits auf das Jahr 1820 zurück. Der Anbau sollte rasche Holzerträge hervorbringen um die Industrie bedienen zu können. Das Arboretum steht heute im Dienste der Wissenschaft. Arbor bedeutet Baum. Untersucht wird das Überleben der Bäume aus verschiedenen Kontinenten. Japanlärche, Douglasie, Roteiche und Mammutbaum wachsen friedlich nebeneinander. Ein Schritt den der Mensch wohl erst noch lernen muss. All dies ist keinesfalls selbstverständlich. Bis zum 8. Jahrhundert war diese Gegend kaum erschlossen, was sich mit der Gründung der Grafschaft Berg rasch änderte. Raubbau durch Ansiedlungen und Rodungen zur Holzgewinnung wie Schaffung von Weideflächen für die Viehhaltung liessen das Waldgebiet beträchtlich schrumpfen. Er verbuschte regelrecht, man sprach vom Bergischen Busch als Landschaftsform. Das Kerngebiet des Burgholz gehörte den Grafen von Berg, deren Hauptsitz, die Burganlage Schloss Burg, ganz in der Nähe liegt. Heute zählt der Staatsforst samt Arboretum zu den begehrten Natur und Freizeiträumen im Bergischen Land.

Eine Pause ist angesagt

Nach all den Eindrücken brauche ich eine Stärkung mitsamt einem vernünftigen Kaffee. Beides finde ich im Cafe Hubraum in Solingen Kohlfurt. Der gemütliche Szene-Treff lädt bei Grill und eigener Hubraum-Beach direkt an der Wupper, frei nach dem eigenen Motto „Ob Biker, Wanderer, Fahrradfahrer oder Reiter – im Café Hubraum ist jeder richtig und jederzeit herzlich Willkommen“, zu einer individuellen kurzen Auszeit ein.

 

Nostalgie um die Ecke

Nostalgie um die Ecke bietet die Bergische Museumsbahnen e.V., die wenige Meter Fußweg entfernt ihren Sitz
hat. Der kleinste Strassenbahnbetrieb Deutschlands wird ehrenamtlich organisiert und bietet Fahrten mit historischen Straßenbahnen auf einer landschaftlich reizvollen Strecke an. Ein Ausflug in eine fast vergessene Zeit. Der Betrieb findet nicht ganzjährig statt. Informationen zu Fahrtzeiten und Strecke sind unter www.bmb-wuppertal.de abrufbar. Der kurze Fußweg nach dem Essen tat gut und ich fahre ein Stück weiter entlang der B224 in Richtung Remscheid /Solingen.
Der Parkplatz an der T-Kreuzung bietet genügend Raum für PKW wie Wohnmobile und auch meine Transalp findet ein sicheres Plätzchen.

Aus Kaiser Wilhelm Zeiten

Der Besuch des Müngstener Brückenparks ist nur zu Fuß möglich. Natur trifft Technik unter einer gewaltigen Stahlkonstruktion aus dem Jahre 1897. Bis zum Ende der Monarchie in Deutschland trug das Bauwerk zu Ehren des Kaisers seinen Namen. Die Kaiser-Wilhelm-Brücke überspannt das Tal zwischen Solingen und Remscheid in 107 m Höhe, weist eine Länge von 465 m auf und wurde aus 5000t Stahl erschaffen. 950.000 Niete halten das Bauwerk, welches heute als Müngstener Brücke bekannt ist zusammen. Ein goldener Niet soll bei ihrem Bau verwendet worden sein. Trotz aufwendiger Sanierungsarbeiten wurde er bis heute nicht gefunden. Mitsamt des seit 2006 in Betrieb genommenen Brückenparks, direkt unterhalb dieser gewaltigen Brückenanlage, ist das Bauwerk zu jeder Tages- und Jahreszeit einen Besuch wert. Ein Highlight des Parks ist die Schwebefähre über die Wupper. Mit Muskelkraft gleitet dieses für den Brückenpark eigens entwickelte Unikat auf einmalige Weise in wenigen Metern Höhe über die Wupper. Wanderer und Radfahrer bietet sie die Chance auf recht flachem Wege ins nahe gelegene Solingen Unterburg zu kommen.
Das Haus Müngsten bietet kulinarische Köstlichkeiten während der Schaltkotten einen Einblick in die längst vergangene Handarbeit des Schleifens bietet. Zwischen den Schleifstellen an der Wupper und den Schmieden im Solinger Stadtgebiet, die etwa eine Wegstunde auseinander lagen, entwickelte sich Arbeitsteilung. Solinger Klingen erreichten um 1550 Weltruf. Degen und Schwerte wurden in Handarbeit geschmiedet und erlangten ihre Schärfe in den Schleifkotten an der Wupper. Michael Bauer-Brandes ist Geschäftsführer des Schaltkottens. Unter seiner Hand entstehen umfangreiche Metall- und Schmiedearbeiten so wie Kunst aus Stahl. Die alte Kunst des Schwertschmiedens übt er heute in der Erstellung von Schwertern für den Schaukampf aus. Kursangebote und Betriebspraktika runden das umfangreiche, handwerkliche Angebot ab. (www.bauerbrandes.de)
Das Haus Müngsten bietet kulinarische Köstlichkeiten während der Schaltkotten einen Einblick in die längst vergangene Handarbeit des Schleifens bietet. Zwischen den Schleifstellen an der Wupper und den Schmieden im Solinger Stadtgebiet, die etwa eine Wegstunde auseinander lagen, entwickelte sich Arbeitsteilung. Solinger Klingen erreichten um 1550 Weltruf. Degen und Schwerte wurden in Handarbeit geschmiedet und erlangten ihre Schärfe in den Schleifkotten an der Wupper. Michael Bauer-Brandes ist Geschäftsführer des Schaltkottens. Unter seiner Hand entstehen umfangreiche Metall- und Schmiedearbeiten so wie Kunst aus Stahl. Die alte Kunst des Schwertschmiedens übt er heute in der Erstellung von Schwertern für den Schaukampf aus. Kursangebote und Betriebspraktika runden das umfangreiche, handwerkliche Angebot ab. (www.bauerbrandes.de)

Mit der Seilbahn in die Höhe

Von hier aus fahre ich einem weiteren Stück bergischer Geschichte entgegen. Über eine Seilbahn erreiche ich von Unterburg aus die aus dem 12. Jahrhundert stammende Festungsanlage Schloss Burg. Sie ist die größte wiederhergestelte Burganlage Nordrhein-Westfaflens. Während Unterburg für seine Jahrhunderte alten Fachwerkhäuser bekannt ist entpuppt sich Oberburg mitsamt der Wehranlage als Hauptsitz der Grafen von Berg. Zumindest seit 1133. Der alte Stammsitz, Burg Berge bei Altenberg, wurde zu Gunsten des neu errichteten Novo Monto (Schloss Burg) aufgegeben und den Zisterziensern überlassen. Sie, die Grafen von Berg sind der Ursprung, der Namensgebung des Bergischen Landes. Es waren nicht die geografischen Formen sondern vielmehr die historischen Besitzverhältnisse welche dieser herrlichen Region den Namen verlieh. Es lohnt einen Blick auf die Webseite der Burganlage zu richten. Sie liefert einen guten Überblick zu den vielen regelmässigen Veranstaltungen, Festen und Führungen innerhalb der Anlage, die in jeder Jahreszeit ihre eigenen Charme ausstrahlt und den Besucher in eine vergangene Zeit einladen will.
Es ist spät geworden, doch ein letzter Abstecher muss einfach noch sein. Ein letztes Bergisches Juwel will ich mir noch ansehen. Eng verbunden mit den Grafen von Berg ist Hückeswagen. Das heute städtische Schloss erhielt Margarete von Hochstaden als Witwensitz. Adolf IV legte zusammen mit seinem Bruder Wallraf, Herzog von Limburg, den Grundstein der Klosterkirche Altenberg, war bei der Grundsteinlegung zum Kölner Dom anwesend, baute Burg Bensberg neu auf, nahm an vielen Fehden teil und verstarb schlussendlich 1259 an einer Turnierverletzung. Ein Rundgang durch die Stadt ist lohnenswert. Ich lasse die Transalp in der Innenstadt stehen und gehe über die Islandstrasse der Altstadt entgegen. Entlang Weierbach- und Marktstrasse deren Häuser im typisch schwarz-grün weissen Bergischen-Dreiklang erstrahlen gelange ich zum Schlossplatz. Standesamt, Stadtverwaltung und Museum teilen sich das sehenswerte, historische Gebäude. Während der Sommermonate geben sich Bands bei Live Konzerten auf dem Schlossplatz die Hand. Am ersten September Wochenende lockt das Altstadtfest tausende Besucher auch aus weiter Ferne in die Stadt. Im Rosengarten gegenüber erstrahlt ein historischer Pavillon in neuem Glanz, während die Glocken der Pauluskirche an die weiterziehende Zeit erinnern.

Ein röhrender Hirsch auf einem Türstein erinnert an die Zeit der reformierten Kirche. Der Innenraum ist recht spartanisch, aber sehenswert. Über den Marktberg gelange ich wieder in die „Neustadt“ und gönne mir mit Blick auf das Schloss eine letzte Pause. Mein Blick wird von einer malerisch gestalteten Bushaltestelle gefangen. Räumlich realistisch präsentiert sich mir einladend eine Art Wohnzimmer inclusive Couch. Ideen muss man haben! Mit einem italienischen „Prego“ serviert Giorgio mir einen erstklassigen Cappuccino. Ich sitze im Eiscafe Friuli am Bahnhofsplatz. Die Eiskarte sieht verlockend aus! Ein Blick auf die Uhr lässt mich dieses Begehren auf einen anderen Tag verschieben.

Ein Druck auf „Run“ und der Zweizylinder nimmt tadellos seine Arbeit auf. Langsam rolle ich Richtung Radevormwald aus der Stadt, biege dann aber doch noch einmal in Richtung Bevertalsperre ab. Mit herrlichem Blick über die Dächer der unendlichen Wohnwagen auf den Campingplätzen kann ich einen Teil der Bevertalsperre überblicken. Selbst den Motorradtreff auf der anderen Seite der Staumauer kann ich erblicken. Die Talsperre gehört zum Wupperverband. In ihrer Grundfunktion reguliert sie den Wasserstand der Wupper und dient somit heute dem Hochwasserschutz  In früheren Zeiten war es für die Mühlen, Schmieden und Hämmer entlang der Wupper lebenswichtig auch in regenarmen Zeiten ausreichend Wasser für den Betrieb der technischen Anlagen, die wasserbetrieben waren, zur Verfügung zu haben. Die Bevertalsperre ist zu einem Freizeit- und Feriengebiet erwachsen. Im Sommer tummeln sich Segler, Kanuten, Schwimmer und Taucher auf und im Wasser, während Campingfreunde auf einem der Campingplätze auf ihre Kosten kommen.  Die „Zornige Ameise“ wie auch der Treffpunkt an der Staumauer locken Motorradfaherer aus dem Ruhrgebiet und weiter entfernten Regionen an. Das nahe gelegene Sauerland lockt zu weiteren, ausgiebigen Touren.

Zeit den Tag zu beenden

Ich starte die Transalp blicke mich noch einmal um, ein Blick über die Bevertalsperre ermöglicht mir einen letzen grandiosen Ausblick in diese einmalige Landschaft nahe dem Ruhrgebiet, der den Tag beenden soll. Der Rückweg nach Remscheid-Lennep führt über kurvenreiche Strässchen vorbei an Wasser, Feldern und Gehöften und lässt den Tag stimmungsvoll in einem herrlichen Sonnenuntergang dem Ende entgegen gehen. Über Radevormwald erreiche ich Remscheid-Lennep. Ein Tag voller beeindruckender Sehenswürdigkeiten, eingebettet in eine wundervolle, kurvenreiche Landschaft liegt hinter mir.  Das Bergische Land hat mich gefesselt und ich werde mit Sicherheit zurück  kommen, denn die heutige Tour war lediglich ein Ausschnitt aus dem vielfältigen Angebot dieser unvergleichbaren Region.