Welches Zelt kaufen für die Reise?

Welches Zelt kaufen?

Eine gute Frage, doch welches soll es sein? Die Auswahl ist nahezu unübersichtlich, die Preisspanne groß! Das „richtige“ Zelt zu kaufen und zu finden scheint zu einer Herausforderung zu werden…

Habe ich zumindest gedacht, doch ganz so schlimm ist es gar nicht. Wie bei der gesamten Beschaffung der Ausrüstung gilt auch beim Zeltkauf sich Klar zu werden wofür ich das Zelt brauche, welche Bedingungen ich daran knüpfe und wie groß mein Budgetanteil für das Zelt sein darf.

Hiermit habe ich bereits die wesentlichen Eckpunkte beim Zeltkauf abgedeckt. Wer lediglich ein Zelt für das kommende Festival benötigt kann sicherlich ein preiswertes vom Discounter nehmen. Allen Anderen empfehle ich sich ein wenig näher mit der Materie zu beschäftigen.

Eine der grundlegenden Fragen ist die nach dem Vorhaben und des „wie will ich unterwegs sein“.

Ein Backpacker wird wahrscheinlich ein anderes Zelt kaufen und wählen als ein Motorradfahrer. Ersterer legt Wert auf Leichtigkeit, wird möglicherweise aber einen Kompromiss zum Raumangebot eingehen. Der Motorrad- oder Radfahrer wird seine nassen Sachen nicht im Zelt aufbewahren wollen, legt vielleicht Wert auf eine größere Apside und hat in Punkto Gewicht etwas mehr Spielraum.

Wer im Zelt, oder zumindest in dessen Apside, an Regentagen einen Kocher verwenden möchte kommt um eine entsprechend große Apside nicht herum. Das gilt auch für all diejenigen, die mehr zu verstauen haben, wie eben nasse Motorradsachen, oder auch ein Fahrrad. In beiden Fällen sollte das Gewicht hinten an stehen.

Ebenso spielt die Jahreszeit eine Rolle. Wer ganzjährig unterwegs sein will, oder in Regionen unterwegs ist wo er mit Schneeeinfall rechnen muss wird ein anderes Zelt wählen als der klassische Sommercamper. Vaude hat auf seiner Website mit „Seasons“ eine Entscheidungshilfe geschaffen, die ich an dieser Stelle zitiere.


5th Season

Zelte, entwickelt für extreme Bedingungen in den Berg- und Wildnisregionen dieser Erde. Äußerst windstabil dank patentierter Power Frame Technologie.

4 Seasons

Die geräumigen und leichten Begleiter über das ganze Jahr. Sie trotzen Wind und Wetter auch in alpinen Regionen.

3 Seasons

Trekking und Bergsteigen in gemäßigten Klimazonen in Frühjahr, Sommer und Herbst.

3 Seasons Giga-Ultralight

Für Zeltfetischisten – Carbongestänge und hochfestes Polyamid 6.6 in hauchfeiner, reißfester und nahtbandversiegelter Verarbeitung. Ein zuverlässiger Begleiter, der kaum Gewicht und noch weniger Raum beansprucht.

3 Seasons Super-Ultralight

Die Zelt-Puristen, reine Funktion und minimales Gewicht. Wasserdicht nahtbandversiegelt dank einzigartiger VAUDE Silicone Seam Seal Technologie.

3 Seasons Ultralight

Gleichsam ultraleichte, wie langlebige Zelte für ausgedehnte Treks und Bergtouren. Hart im Nehmen durch sehr reißfestes und UV beständiges Ripstop Nylon mit beidseitiger 3-fach Silikonbeschichtung.


Gut, diese Einstufung ist auf die Produkte von Vaude zugeschnitten, findet sich jedoch auch auf anderen Herstellerseiten. Zudem hilft sie Dir Dich mit Deinem Vorhaben einzustufen. Weiterhin findest Du wissenswertes zu Platzwahl und Aufbautipps ebenso auf den Seiten von Vaude.


Wie habe ich zu meinem Zelt gefunden?

Auch ich habe zunächst probiert und schlussendlich Erfahrungswerte Anderer einbezogen. Mein erstes Zelt war das „Power Lizard 2-3 UL“ von Vaude. Mit gerade mal 1,4 Kg ist es sehr leicht. Es lässt sich ebenso schnell wie einfach aufbauen und ist stabil! Es bietet zwei Personen mitsamt Gepäck ausreichend Platz im Innenraum. Lediglich längere Regenzeiten möchte ich nicht in seinem inneren verbringen. Warum nicht? Die Apside ist mir persönlich nun doch etwas zu klein.

Die guten Erfahrungen, die ich mit diesem Zelt machte liessen mich auch jetzt wieder einen Blick auf die Herstellerseite wagen. Das Angebot ist reichhaltig. Stopp, wie war das noch?

Was gibt es, was brauche ich, was habe ich vor?

Ich war auf der Suche nach einem Zelt, welches ich sowohl auf dem Rad wie auf dem Motorrad mitnehmen kann und möglicherweise auch mal zu Fuß im Rucksack. Es sollte windstabil sein, eine ausreichende Apside, auch zum kochen, haben und sollte nicht zu schwer sein. Zudem sollte das Innenzelt ins Aussenzelt eingehangen sein. Vielleicht eine persönliche Vorliebe von mir, jedoch hat es mir an Regentagen schon einen nassen Innenraum erspart.

Eine Angabe der persönlichen Wünsche ist im Internet nicht möglich, was bedeutet die Herstellerseiten zu bemühen, in meinem Falle, dank guter Erfahrungen, vaude.com. Gleich zwei Zelte fielen mir sofort auf. Das Ferret in Tunnelform und das Invenio. Beide werden als zwei und drei Personen Ausführungen angeboten. Ein spannendes Rennen begann in meinem Kopf. Jedes Zelt zeigt mir seine Vorzüge. War es beim Ferret die Leichtigkeit bot mir das Invenio gleich zwei Apsiden und eine durchdachte Belüftung.

Mit 2650 Gramm und einem Packmass von 55x22cm gehört das Invenio zu den leichteren 2Personen Zelten und eignet sich auch für den Transport auf dem Rad. Es wiegt 760g mehr wie das Ferret und gleich 1250 Gramm mehr als das Power Lizard dafür bietet es eine bessere Lüftung und eine erstklassige Aussicht.

Das Power Lizard wird als 2-3 Personen Zelt angegeben und bietet ausreichend Platz für 2 Personen. Zu dritt kann es eng werden. Mit einem Packmass von 58X22cm weist das Invenio UL 3P gerade 3 cm mehr Länge auf, bietet allerdings mit 180cm Liegefläche deutlich mehr Innenraum. Selbst die Apsiden sind nochmals 5 cm größer. Mit 3290gr. bewegt sich das Gewicht im zumutbaren Bereich. Als weiterer Favorit kam das Ferret XT 3P in Frage. Während sich die „Mitbewerber“ auf 3-Seasons beschränken wirbt das Ferret mit einer 4-Seasons Tauglichkeit. Mit einem Gewicht von 3590gr. ist es aber auch das schwerste Zelt in dieser Auswahl. Sein Packmass ist mit 55X19cm etwas kleiner wie das der beiden Invenio´s. Dafür bietet es eine fast riesige Apsis (180cmX196cm), die sich über gleich zwei Eingänge betreten lässt. Die mit Netzmaterialien gedoppelten Eingänge und stufenlos regulierbare Belüftungen vorn und hinten sollten für prima Klima sorgen.

Ein sinnvolles Zubehör für alle Zelte ist ein Floorprotector

Fazit:

Ich habe das Invenio UL 2P testen dürfen und musste feststellen das mir der Innenraum mit 120cm zu wenig Platz für 2Personen bietet. Mit 180cm Breite erscheint mir das Invenio UL 3P für meine Bedürfnisse etwas überdimensioniert. Sicherlich ist das Ferret XT 3P nochmals einen Ticken schwerer, gleichwohl bietet es mir eine große Apside, in welcher ich zugleich Gepäck unterbringen kann wie auch bei Regenwetter einen Kocher nutzen kann. Als Tunnenzelt bietet es zudem eine hervorragende Platz Raum Nutzung und ist auch alleine gut aufzubauen. Ein ausführlicher Test folgt.

2016-12-24T07:16:11+00:00 August 9th, 2016|HOMEPAGE, MAGAZIN TOP, OUTDOOR|