Wenn der Rücken schmerzt…

Wenn der Rücken schmerzt…

Irgendwann im Leben hat jeder einmal das unangenehme Gefühl von Rückenschmerzen kennen gelernt. So lange es kurzfristig wieder vergeht ist alles gut und der normale Tagesablauf kann erneut beginnen. Was aber wenn sich dieser Schmerz, egal wo genau er sich im Bereich des Rückens befindet, häufiger auftritt, oder gar chronisch wird?

Arztbesuche folgen, oftmals verbunden mit Spritzen, welche für sich alleine schon ziemlich unangenehm sein können. Wenn der Rücken schmerzt ist man nicht nur in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. Der gesamte Tagesablauf kann durcheinander geraten. Zuweilen nimmt der Schmerz Formen ein, welche eine Arbeitsaufnahme unmöglich machen.

Oftmals sind komprimierte Bandscheiben, bis hin zum Bandscheibenvorfall in der Diagnose erkennbar. Viel zu oft wird operiert. Das haben Ärzte erkannt und steuern mit alternativen Methoden entgegen. Physiotherapie und Muskelaufbau galten lange Zeit als eine Grundlage für ein weiteres Leben ohne Schmerzen. Denn eines ist klar, Schmerzmittel auf Dauer sind weder verträglich, noch die Lösung des Problems!

 

 

Ein Blick zurück in die eigene Vergangenheit offenbaren einen operierten Bandscheibenprolaps in der HWS. Vor gut 20 Jahren sind zwei Halswirbel mittels Cagefusion, also dem Einsetzen eines Carbonkäfigs mit Knochenmarkfüllung aus dem eigenen Beckenkamm, verbunden worden. Das Ergebnis war gut, Die Taubheitsproblematik in den Fingern der rechten Hand beseitigt. Eine Reha erfolgte damals, ich war gerade 29, nicht.

Im Laufe der Jahre kehrten die Schmerzen zurück. Im Jahr 2006 erfolgte, leider zu spät, nach einer falsch ausgeführten Bewegung, eine weitere Operation, durch welche die Nervenkanäle gleich zweier Bandscheibenebenen frei gelegt wurden. Zu spät deshalb, weil die betroffenen Nerven bis dato ihren Dienst quittierten. Der Schmerz in diesen wenigen Stunden war unbeschreiblich. Es ist ein Gefühl als ob ein inneres Feuer Dich lokal verbrennt. Der Befund bei der Entlassung war eindeutig. „Gehen Si davon aus das sie damit leben müssen!“ Mit einem gelähmten rechten Arm? „Nein, das wird schon wieder“, so meine Gegenaussage, mit der ich letztendlich recht behalten sollte. Wenn auch nicht ganz, denn einmal geschädigte Nerven scheinen sich nicht vollständig zu erholen.

Nach einem Jahr war ich wieder in der Lage eine Tasse Kaffee an den Mund zu führen. Ich nahm den Arm allerdings auch immer wieder mit dem linken Arm mit, hob ihn an um eine Tasse aus dem Schrank zu holen, mir die Haare zu waschen, führte ihn.

So weit ein kurzer Rückblick, ich schreibe dies also aus eigener Erfahrung. Eine Reha brachte mich nochmals ein kleine Stück weiter. Muskelaufbau, die „Zauberformel“. Eine Formel, die mir nicht gefiel, denn meine Muskeln verkrampften sich bei den Übungen und ich unterließ sie. Allgemein hatte ich das Gefühl seid Jahren unter einem zu hohen Muskeltones zu stehen. „Nein, die Spannung in der Muskulatur ist linke wie rechts annähernd gleich,“ so die Aussage der Ärzte. Ja, sie ist annähernd gleich, wenn auch im allgemeinen gleich zu hoch.

 

 

Erst eine Reha in Bad Steben gab mir recht. Dort vertraute man ebenfalls auf ein Konzept des Muskelaufbaus  wie der Bewegung im Allgemeinen, allerdings mit dem Unterschied das sehr viel Wert auf Dehnung gelegt wurde. Der angespannte und verkürzte Muskel wie dessen Bänder und Sehnen sollten also an Länge gewinnen. Schmerzhaft! Stückweise erzielte ich Fortschritte und wurde von diesem Konzept überzeugt! Eine Kontrolle meiner Beinlängen brachte einen Unterschied und damit einen Beckenschiefstand zu Tage, der dank einer versierten Therapeutin behoben wurde. In diesem Sinne kann ich nur ein großes Lob an das gesamte Team dieser Klinik aussprechen, denn die therapeutischen Ansätze waren ebenso gut und erfolgreich wie die Kommunikation untereinander! Erfolgte meine Aufnahme noch unter der hochdosierten Einnahme schmerzstillender Medikamente, verließ ich die Klinik Franken nach drei Wochen ohne auf diese angewiesen zu sein. „Warum nicht früher“, fragte ich mich und dennoch behielt ich, trotz guter Vorsätze, weder Bewegung noch Übungen bei.

Bad Steben liegt in unmittelbarer Nähe der ehemaligen innerdeutschen Grenze inmitten herrlicher Natur. Für einen Klinikaufenthalt ideal, allerdings sind die Wege in die nächste größere Stadt wie Hof recht weit. Im Rahmen einer wunderbaren RadTour besuchte ich Bad Steben und damit auch die hervorragende und nur zu empfehlende Therme noch einmal.

Erst ein Jahr später, als mich langsam wieder regelmässige Kopfschmerzen an meine eigene Rückenproblematik erinnerten ging ich wieder zum Arzt, allerdings mit dem Ziel einer Reha Sport Verordnung, welche ich auch bekam. Durchhalten ist die Devise, aber das ist manchmal schwerer getan als gesagt. Ich erzielte erste Erfolge, mir ging es besser und ich unterbrach das Training an den Geräten für ein halbes Jahr.

Wieder waren es die Schmerzen die mich erinnerten etwas für mich tun zu müssen. Der Weg zurück in´s Studio war geebnet. Und ich behielt ihn bei. Einige Besuche bei einem Physiotherapeuten waren noch notwendig um die Wirbel wieder gerade übereinander zu setzen.

Mein Studio bietet mir die Gelegenheit Muskelaufbau zu betreiben, was langfristig wirklich sinnvoll ist. Gleichwohl erlebe ich immer wieder Fortschritte in der eigenen Beweglichkeit, denn ein ausgezeichnetes Dehnungsprogramm und eine kleine einfache Kunststoffmasse stehen mir hilfreich zur Verfügung! Die Dehnung ist anfangs schmerzhaft und erlaubt kleine Fortschritte in der Beweglichkeit. Die Kunststoffmasse in Form verschiedener „betonharter“ Formen hat es in sich. Dieses „Teufelszeug“ war in der erstmaligen Anwendung äusserst schmerzhaft und sollte meine verklebten Faszien, also jene Gewebsstrukturen, welch sich durch den gesamten Körper ziehen, lösen. Die Rede ist von der „Black Roll“, in all ihren Formen.

 

 

Ich habe sie lieben gelernt.

Wenn der Rücken schmerzt gibt es für mich nichts besseres als diese Rollen. Regelmässig angewendet lockern sich verklebte Strukturen, während gleichzeitig das gesamte Gewebe besser durchblutet wird, sich langsam aber sicher entspannt! Ich kann diese „Dinger“ nur jedem wärmsten empfehlen, der mit Rückenschmerzen zu kämpfen hat. Allerdings als Kombination aus Black Roll, Dehnung und Muskelaufbau. Denn sitzen tun wir den ganzen Tag genug und wer nicht sitzt bewegt sich leider auch meist nur „einseitig“.

Entspannung ist ein wahres Zauberwort. Erfolg ist OK, allerdings gehört zum Einatmen auch das Ausatmen. Wer unter ständiger Anspannung steht muss sich nicht wundern wenn die Spannung zu hoch wird und sich dauerhaft in chronischem Schmerz äussert. Dazu gehört auch die Zähne zusammen zu beissen. Gerade dies fördert auf natürliche Weise einen verspannten Nacken. Ich denke die Ironie ist zu erkennen, oder? Wenn der Rücken schmerzt, öfter mal loslassen, dem Stress einen adäquaten Gegenpol bieten! Wortspiele ergeben oftmals die ersten Lösungsansätze. Beschleunigung erfordert auch Entschleunigung, Leistung ihre Ruhephasen, Krafteinsatz braucht loslassen, … .

Es nützt nichts, wenn ein auf Leistung „programmierter“ Manager, oder auch Mitarbeiter, in seiner Freizeit Rennrad fährt, denn genau dies wäre wieder Leistung, wenn er der Leistung nicht das Probate Gegenmittel entgegensetzt. Wen wundert es bei all dieser Leistungsansammlung das ein Burn Out erfolgt, oder ein Herzinfarkt möglicherweise dem eigenen Leben vorzeitig ein Ende setzt? Möglicherweise hilft eine entschleunigte Fortbewegung in der Natur mit einem eBike? Vorausgesetzt man kann und darf sich selbst Leichtigkeit erlauben!?

Und noch eines ist nicht zu verachten.

Die eigene Einstellung. Wer sich den ganzen Tag mit seinem „Leiden“ beschäftigt wird nichts Anderes als genau dieses „Leiden“ erwarten können. Denn was Du den ganzen Tag denkst, das wirst Du auch! Wie soll ich dem entkommen? Indem ich, wenigstens in den schmerzfreien Momenten, dem Leben zulächle, ihm etwas positives abverlange! Alles Andere führt nur tiefer in den Schmerz und möglicherweise in den Weg der Depression… .

Was kann ich tun?

Eine zeitliche Vorgabe will und kann ich nicht machen. Mir hilft es, wenn ich regelmäßig zwei bis drei mal in der Woche im Studio aktiv bin. Dazu fahre ich Rad. Anstelle des Autos nutze ich für viele Wege mein eBike, was nicht zuletzt auch der Umwelt zu gute kommt. Zudem habe ich keine Parkplatzprobleme und ein zeitlicher Verlust gegenüber dem Auto ist es auch nicht. Dank e Unterstützung kann ich auch Einkäufe transportieren. Auch oder gerade Urlaube mit dem Rad sind möglich. Sie machen nicht nur jede Menge Spaß, sie entschleunigen, denn ich bin meist abseits der großen Verkehrsadern unterwegs.

 

Gesundheit ist das höchste Gut,

welches wir besitzen, den wir zugleich auch am wenigsten Aufmerksamkeit schenken. Wie wäre es dem ein Ende zu setzen und die eigenen Bedürfnisse nach einem langen, zufriedenem Leben mit neuen Chancen und Möglichkeiten zu würdigen? Die Zeit, welche wir hier investieren bekommen wir in Form von mehr Wohlbefinden, Beweglichkeit, Gesundheit und vielleicht sogar in Lebenszeit zurück. Ein Weg der Medikamente wie Schmerzen und erst recht so manchen Arztbesuch spart, weil es Dir gut geht!

Ein wenig Sport und Bewegung schadet nicht, denn

Bewegung ist Leben, oder ist Leben Bewegung?

Und warum das Alles?

Weil Du es Dir wert bist und nur Du einen Gegenwert für bekommst, der unbezahlbar ist.

Gesundheit.

 


 

Jedes Leben hinterlässt Spuren,

die sich tief eingraben in die Seele derer,

die bereit sind, die Spuren zu sehen und sie lesen zu lernen!

(unbekannt)

2017-01-22T17:52:08+00:00 Januar 30th, 2017|Fit und Gesund|