Wintersonnenwende

Wintersonnenwende

Kurz bevor das Jahr endet erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel ihren nördlichen Wendepunkt und damit ihren, vom Beobachter aus betrachtet, tiefsten Standpunkt im Jahreslauf. Es ist der Zeitpunkt an welchem die Tage am kürzesten und die Nächte entsprechend am längsten sind.

Für die Menschen in früheren Zeiten bedeutete dies den Beginn einer neuen Zeit, eines neuen Jahres. Wenn die Sonne ihren tiefsten Standpunkt erreichte ging es wieder aufwärts, das Licht kommt zurück und besiegt, mit jedem Tag ein wenig mehr, die Dunkelheit. Die Wintersonnenwende ist die Geburt des Lichtes, wenn die Göttin am 21. Dezember tief im innersten der Erde das Sonnenkind gebiert. Ein Mythos, der tief in allen Kulturen verankert ist und bei uns als „Heilige Nacht“ gefeiert wird.

Es ist eine besondere Zeit. Eine Zeit des Innehaltens und sich gehens. Eine Zeit in welcher der mensch an all das zurückdenkt was im nun fast vollendeten Jahr erlebt wurde. Eine Zeit in der Dankbarkeit für das Erlebte ihren Ausdruck findet. Zugleich ist es der symbolische Sieg des Lebens über den Tod.

Für unsere heutige Menschheit gewinnen die alten Bräuche und Weisheiten wieder an Bedeutung und werden an vielen Orten entsprechend gewürdigt. Das Erlebte noch einmal revue passieren lassen bedeutet oftmals auch erst ein Verstehen dessen was eigentlich wirklich geschehen ist. Wir erhalten die Chance alles mit Abstand, von einer höheren Warte aus zu betrachten und manche Zusammenhänge zu erkennen, welche uns in unserem täglichen Treiben verborgen blieben. Es ist gut dem Allen zu danken und loszulassen. Es ist vorbei, das Jahr, wie all das was erlebt wurde. Lediglich in unseren Erinnerungen ist alles noch präsent; negatives wie positives. Mit der Geburt des Sonnenkindes ergeben sich neue Möglichkeiten, neue Chancen die Alles verändern können. Der Jahreskreis schliesst sich, er ist vollkommen. Ein neuer Abschnitt beginnt, ein neuer Jahreskreis öffnet sich mit neuen Erlebnissen, Wünschen, Hoffnungen und Zielen.

Es folgt eine Zeit in welcher vieles noch unklar ist, in welcher möglicherweise auch ein innerer Sturm durchlebt wird. Die Tage sind noch kurz, die Dunkelheit weigert sich noch zu gehen, obwohl sie genau weiß das sie ihren Platz dem Licht bedingungslos überlassen muss. Wir planen ebenfalls Neues, schmieden Pläne, haben Vorsätze für das kommende Jahr. Euphorischen werden so manche Vorsätze gefasst, die dann doch niemals ihren Weg ans Licht finden. Genau dies drücken auch die Rauhnächte der kommenden Tage aus. Zugleich ist es an der Zeit das Gewesene zu betrachten um es dann los zu lassen. Das Vergangene als geschehen zu akzeptieren und es nicht als festgeschriebene Formel mit zu nehmen. „Was immer so war wird auch immer so sein“, ist die beste Methode Veränderungen zu blockieren und positive Entwicklungen im Keim zu ersticken.

Die Raubnächte beginnen mit dem Ende der Weihnachtszeit und enden am 06. Januar des Folgejahres. !2 Nächte ist die Trennung zwischen der alltäglichen Wirklichkeit und der nichtalltäglichen Wirklichkeit recht dünn. In der Geschichte wird diese Zeit als besonders günstige Zeit für Traumdeutungen, Rituale und Kontakte in die Anderswelt beschrieben. Es sind heilige Nächtige in denen alles möglich ist, alles nah zusammen trifft. Es ist eine magische Zeit, voller Mythen und Märchen, in welcher die Menschen Rituale und Segnungen ausüben und die Tiere mit den Toten sprechen. Eine Zeit in welcher der Kontakt zu den Ahnen möglich wird, eine Zeit die mit dem Sonnen- und Mondlauf in Verbindung zu stehen scheinen. So wird den 12 Nächten zugeschrieben das das Wetter am jeweiligen Tag dem Wetter im entsprechenden Monat des Folgejahres sein wird.

Was auch immer möglich sein mag, oder eben nicht entzieht sich zumindest dem „gesicherten Wissen“. Es kann zumindest nicht schaden sich in dieser Zeit Notizen über seine Gedanken, Eingebungen und Träume zu machen, am besten versehen mit Datum und Uhrzeit. Diese kann man dann im jeweiligen Monat des Folgejahres mit den tatsächlichen Ereignissen vergleichen. Wer weiß was dabei herauskommt?

2016-12-18T17:53:00+00:00 Dezember 18th, 2016|Jahreskreis|